Jedes Jahr im Dezember passiert bei uns dasselbe: Jemand fragt, was die Großeltern bekommen, alle schauen auf den Stapel Zeichnungen auf dem Küchentisch, und jemand sagt „daraus sollten wir mal ein Buch machen.“ Und dann ist der 19. Dezember, und niemand macht daraus ein Buch.
Die Idee ist richtig. Ein gedrucktes Buch mit den Zeichnungen des Jahres ist das seltene Weihnachtsgeschenk, das weniger kostet als ein Spielzeug, nicht umgetauscht werden kann und im Juli noch angeschaut wird. Das Einzige, was daran falsch ist, ist der Monat, in dem man darauf kommt.
Der echte Zeitplan
Ein gedrucktes Buch ist nicht langsam, aber auch nicht sofort da. Die Produktion dauert zwei bis drei Werktage, der Standardversand innerhalb der EU danach fünf bis sieben Tage. In einem normalen Monat reicht es, zwei Wochen vorher zu bestellen.
Der Dezember ist kein normaler Monat. Jeder Paketdienst in Europa läuft auf Jahresspitze, und aus „fünf bis sieben Tage“ wird leise „hoffentlich.“ Wenn das Buch am Heiligabend unterm Baum liegen soll, behandle Ende November als Frist. Wer dann bestellt, erlebt das Ganze als unspektakulär. Genau das will man bei einem Geschenk mit Datum.
Die angenehme Überraschung: Der schwere Teil ist schon erledigt. Wenn dein Kind malt, liegen die Fotos jetzt schon im Handy. Was bleibt, ist das Aussuchen. Und das ist der Teil, den man langsam machen sollte: an einem ruhigen Oktoberabend, nicht in Panik zwischen zwei Terminen.
Warum dieses Geschenk bei Großeltern funktioniert
Die Eltern behalten ein Exemplar. Wegen der Großeltern bestellen die meisten gleich zwei.
Großeltern haben alles. Sie brauchen keinen Schal. Was sie nicht haben, ist die Malphase: die Kreise mit Beinen, die Familienporträts mit riesigen Ohren, das Ding, das eindeutig entweder ein Pferd oder ein Traktor ist. Ein Jahr davon, gedruckt und gebunden, mit dem Namen des Kindes auf dem Umschlag, ist das Enkelkind auf Papier.
Und es gibt eine Version, die das Kind selbst schenken kann: Es sucht seine Lieblingsbilder aus. Eine Fünfjährige, die entscheidet, welche Zeichnungen die Oma bekommt, nimmt diese Aufgabe sehr ernst. Und „die habe ich für dich ausgesucht“ macht am Heiligabend etwas, das kein gekauftes Geschenk schafft.
Gut auswählen
Das Buch ist ein Best-of, kein Jahresarchiv. Ein paar Regeln, die helfen:
Nimm die Zeichnungen, die zeigen, wer dein Kind gerade jetzt ist: die aktuelle Obsession, die Art, wie es dieses Jahr Menschen malt, die Phase, die im Frühling vorbei sein wird. Das lässt das Buch gut altern.
Bilder, die für jemanden gemalt wurden, kommen zuerst rein. Jedes Kind malt irgendwann etwas „für Oma“ oder „für Papa“. Diese Seiten tragen das Buch.
Arbeitsblätter und Ausmalbilder bleiben draußen. Sechs bis zwölf echte Zeichnungen schlagen dreißig Seiten Vollständigkeit.
Der Schritt, der daraus ein Buch macht
Eine Zeichnung, die auf dem Küchentisch fotografiert wurde, sieht aus wie ein Foto vom Küchentisch. Dieselbe Zeichnung mit entferntem Hintergrund sieht aus wie Kunst, was sie ja ist.
Scribbly macht das automatisch: Zeichnung fotografieren, der Hintergrund verschwindet, und alles bleibt nach Kind sortiert. Danach ist das Buch nur noch Seiten anordnen und bestellen. Tipps zum Fotografieren stehen in Kinderzeichnungen richtig fotografieren.
Falls du das im Dezember liest
Anfang Dezember: Geht meist noch. Heute bestellen, nicht auf die letzte Woche wetten.
Ab Mitte Dezember funktionieren zwei Auswege. Ein einzelner großer Druck der einen Zeichnung, die dein Kind dieses Jahr am besten zeigt: Drucke sind schneller produziert und verschickt als Bücher, und ein richtiges Ding schlägt zwanzig gehetzte. Oder die Variante ganz ohne Versand: ein Handy-Album mit den Zeichnungen des Jahres in chronologischer Reihenfolge, am Heiligabend überreicht. Der Weg vom Krakel zum erkennbaren Menschen trägt das. Geschenkpapier vermisst niemand.
Aber die November-Version ist besser. Das zukünftige Ich, das Mitte Dezember zufrieden aufs fertige Geschenk in der Schublade schaut, sieht das genauso.
